Internationale Musikfestwoche 2011

Ausstellung von Rosario de Simone
noch bis zum 21. August im Museum der Stadt

Mit dem Auge eingeführt in italienische Musikwoche

Der Kurator Herbert Rosner (r.) schätzt die hohe Malkunst und Aussagekraft der Werke Rosario de Simones (l.) außerordentlich und wirbt für den Künstler um die Gunst des Betrachters. (WP-Foto: Christiane Weinhold)

Bad Berleburg. (cw) Rosario de Simone, 1966 in Neapel geborener Maler, dessen klingender Name bereits das Programm seiner malerischen Kunst in den Raum stellt, lebt und arbeitet seit 1990 in Bielefeld und hat mit einer Vielzahl von Gruppen- und Einzelausstellungen auch über die westfälischen Grenzen hinweg auf sich aufmerksam gemacht.

Besonders stimmig ist nun seine Parallelausstellung "Räume" im Museum der Stadt Bad Berleburg zur 39. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg. Italien ist dort in diesem Jahr das umfangreiche musikalische Motto. So hat der Italiener Rosario de Simone mit einer Auswahl seiner ansprechenden Werke eine hervorragende Einleitung für das Auge gefunden, bevor das Ohr des Publikums in den Genuss italienischer Kompositionen und auf Italien verweisende Tonkunst kommt.

Sowohl Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann als auch der Kurator des Kunstforums St. Clemens in Köln, Herbert Rosner, lobten die Arbeiten des Napolitaners.

Der 45-jährige Maestro di Pittura kreiert mit Sicht auf Gegenwart und Vergangenheit in Bezug zur christlichen Tradition. Seine in der Größe sehr unterschiedlichen Bilder provozieren einerseits, bewegen die Sinne, regen an und stellen den Betrachter in Relation zu den Inhalten. Seine äußerst kritische Haltung dem Katholizismus gegenüber produziert hierbei abstrakte Kompositionen, die mit malerischer Qualität ebenso bestechen wie seine Figurationen. Intuition des Malers ist im traditionellen Bewusstsein zu mahnen und Gedanken anzuregen.

Eine Ausstellung, die bereits mit der Vernissage eine große Interessengemeinde fand, bietet dem Auge mit Farbnuancen überwiegend ins Braune, Grüne, ins brennende Rot und Blau Arrangements eine Bandbreite, die linear gesehen ausgewogene Interpretationsmöglichkeiten lässt. Rosario de Simone nimmt das Werkzeug Pinsel, um Angst und Gier, dem Heiligen und Weltlichen ein Gesicht zu verleihen. Gesellschaftskritik wird in "Il milioni" laut. Das Kunstwerk stellt in Allegorien dar, was schon bei Michelangelo und Caravaggio zu finden ist: der Künstler als Mahner vor Geldgier und Unersättlichkeit des Individuums.

Der sich öffnende Betrachter wird auf die Schnelle die Spiritualität in de Simones Werken finden. Evident ist auch der Hang zur Verrätselung seiner Kreationen, was wiederum den ganz besonderen Reiz an seiner Kunst ausmacht. Die Arbeitstechnik ist nahezu durchgängig impulsiv, breit gewischt und teils mit trockenem Pinsel strukturiert. Dynamik und Spannung in den Bildern lassen erst gar nicht den Eindruck von Ruhepolen und Schwerpunkten aufkeimen.

Integritas, Consonantia und Claritas, Themen, denen sich Rosario de Simone bedient, sind noch bis einschließlich zum 21. August im Museum der Stadt Bad Berleburg zu sehen.

Eine vielversprechende Ausstellung, die das Leuchten der Malerei in Anlehnung an Franz Kafkas Aussage als Medium der Selbsterkenntnis und Selbstwahrung ins Herz trifft.

Von Christiane Weinhold

WESTFALENPOST

WESTFALENPOST vom 06.07.2011
Bildquelle: WP-Foto von Christiane Weinhold (cw)


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