Sinfoniekonzert

Neujahrskonzert 2010 der Philharmonie Südwestfalen im Bürgerhaus Berleburg mit Sopran-Solistin Antonia Bourvé

  • Schon Wochen vor dem Neujahrskonzert sind aufgrund der Beliebtheit der Philharmonie Südwestfalen unter Russell N. Harris die Ränge im Berleburger Bürgerhaus ausverkauft. (WP-Foto: Christiane Weinhold)
  • Sopransolistin Antonia Bourvé bereitete nicht nur Dirigent Russel N. Harris und den Orchestermusikern große Freude, sie brachte auch mit hoher mimischer Kunst das Publikum zum Lachen. (WP-Foto: Christiane Weinhold)

Bad Berleburg. (cw) Er kam, sah, erhob den Taktstock und eroberte mit den ersten Orchesterakkorden 2010 von Guiseppe Verdis "Un giorno di regno" 400 Herzen im Berleburger Bürgerhaus im Sturm. Russel N. Harris, seit 2003 erfolgreicher Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen, versteht es wie kaum einer vor ihm in dieser Position, die Menschen, egal ob Musiker, Sänger oder Zuhörer, in seinen Bann zu ziehen. Nicht allein sein ungezwungenes, humorvolles Auftreten und die Perfektion seiner Arbeit und die seines Orchesters, bescheren ihm in der Regel volle Konzertränge. Es ist größtenteils auch mithin die ästhetische Auswahl der Musikstücke, die stets in Relation zum Anlass stehen und den Raum mit Harmonie erfüllen.

Otto Marburger, Vorsitzender der Kulturgemeinde Bad Berleburg, hob in seinen Begrüßungsworten die Nächstenliebe hervor, die ganz besonderer Ausdruck des Orchesters ist und die für alle spürbar und nachvollziehbar ist, immer und mit jeder musizierten Note. Sie tradieren Kunst, Kultur und guten Geschmack, der für die gesamte Menschheit unverzichtbar ist. Musik ist immer ein Geschenk. Manches Stück, auch bei diesem Konzert, beinhaltet zunächst einmal ein Überraschungspaket aufgrund seiner Unbekanntheit. Sopransolistin Antonia Bourvé, die die Musiker auf ihrer Neujahrskonzertreihe begleitet, ist nicht durch ihre bloße aparte Erscheinung eine Augenweide, die Stimme der jungen, vielversprechenden Frau heizte die Einzelinterpretationen in individueller Weise charmant an. Die Umsetzung der weniger populären Werke Mozarts ("Come scoglio" aus "Cosi fan tutte"), Charles Gounods ("Je veux vivre" aus "Roméo et Juillete") oder Edvard Griegs "Hochzeitstag auf Troldhaugen" brachte rasch klangliche Vertrautheit in den Saal.

Während der Pause hatten die Besucher schließlich Gelegenheit sich auf die Ohrwürmer der sinfonischen Seite einzustimmen.

Jenseits aller Verspanntheit war die zweite Konzertrunde geprägt von ausgesprochen beliebten Weisen Jacques Offenbachs ("Die schöne Helena"), Georges Bizets (Arie aus "Carmen"), Karl Millöckers (Arie aus "Die Dubarry") oder Johann Strauß' ("Wein, Weib und Gesang").

Der freudige Applaus der Berleburger machte es für Russell N. Harris und seine Musiker unbedingt erforderlich, Zugaben zu spielen. Und die hatten es inhaltlich natürlich an Elan und Heiterkeit aus gegebenem Anlass der Begrüßung des neuen Jahrzehnts auch in sich: "Unter Donner und Blitz" (Johann Strauß), das "Schwipslied" aus Johann Strauß' "Eine Nacht in Venedig" und last but not least, aber in jedem Jahr unabdingbar der "Radetzky-Marsch".

Von Christiane Weinhold

WESTFALENPOST

WESTFALENPOST vom 09.01.2010
Bildquelle: WP-Fotos (2) von Christiane Weinhold (cw)


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