60 Jahre Kulturgemeinde Bad Berleburg
Kulturgemeinde Bad Berleburg
feierte 60-jähriges Bestehen mit einem Neujahrsempfang
"Hohes Maß an Engagement"
Otto Marburger ist seit 20 Jahren Vorsitzender des Vereins.
Christoph Haupt: "Der Otto ist immer und überall und alles gleichzeitig."
Bad Berleburg. (vö) Dass es am Montagabend vor dem traditionellen Bad Berleburger Neujahrskonzert noch einen Neujahrsempfang gab, hatte einen guten Grund: Die Kulturgemeinde läutete das Jahr 2011 mit einer kleinen Feierstunde anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens ein. Neben der Vorstandsmannschaft waren viele Vertreter des öffentlichen Lebens in der Odebornstadt sowie Freunde und Förderer des Vereins der Einladung gefolgt.
Sehr genau ausgewählt wurde der Ort des Neujahrsempfangs: die neue Caféteria des Johannes-Althusius-Gymnasiums. "Der Herrengarten war die Kulturregion der frühen Jahre, die Nachbargebäude des heutigen Gymnasiums, das Capitol-Kino und das evangelische Jugendheim waren erste Spielstätten", verriet der Vorsitzende Otto Marburger. Ab Mitte der 50-er Jahre sei das neu entstandene Gymnasium hinzu gekommen, das mit dem Bau der Aula Anfang der 70-er Jahre Hauptspielstätte geworden sei. Das Bürgerhaus sei wegen der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten zwar hinter den Planungen, Hoffnungen und Erwartungen zurück geblieben, "war aber gleichwohl ein erheblicher Fortschritt".
Natürlich erinnerte Otto Marburger auch an seine drei Vorgänger an der Spitze der Kulturgemeinde: Vereinsgründer Martin Deppe, Marianne Vos und Horst Oberwörder. Allen dreien bescheinigte der heutige Vorsitzende eine überaus erfolgreiche Arbeit: "Ich habe uns Nachfolger mehr als Verwalter, denn als Initiatoren empfunden, aber die Kinder waren ja auch schon geboren bzw. das Erbe wollte verwaltet werden." Blumen verteilte der Schwarzenauer an Erika Zoll, die dem Vorstand im Auftrag der Kurverwaltung 30 Jahre lang zugearbeitet hatte, sowie an Ellen Bay Nebeling, die viele der ersten Programmhefte mit Wolfgang Kreutter gestaltet habe. Stellvertretend für ihren verstorbenen Ehemann nahm Angelika Kreutter die Blumen in Empfang.
Damit waren aber längst nicht alle Präsente verteilt. Denn der zweite Vorsitzende Christoph Haupt erinnerte die Zuhörer daran, dass neben 60 Jahre Kulturgemeinde auch ein zweites kleines Jubiläum gefeiert werde: 20 Jahre Otto Marburger als Vorsitzender. "Der Otto ist immer und überall und alles gleichzeitig. Für uns als Kulturgemeinde ist er nicht zu ersetzen", brachte es Christoph Haupt sehr treffend auf den Punkt. Einen Blumenstrauß gab es auch für Otto Marburgers Ehefrau Adelheid.
Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann erinnerte an die Menschen, die der Kulturgemeinde in den vergangenen 60 Jahren eine Geschichte und ein Gesicht gegeben hätten. Das Resultat sei alljährlich ein interessantes, amüsantes und hochwertiges Programm. Dies wiederum erfordere "ein hohes Maß an Engagement". Dabei seien die Anfänge der Kulturarbeit alles andere als einfach gewesen. Ein besonderer Dank des Verwaltungsleiters ging an die fürstliche Familie, "die mit den Konzerten im Berleburger Schloss ein Ambiente ermöglicht, das nicht jede Stadt zu bieten hat".
Jürgen Althaus, stellvertretender Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, strich den Stellenwert der Kultur heraus: Kultur sei kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis der Menschen, das in allen Zeiten bedient werden solle. Gleichwohl falle Kultur nicht vom Himmel. In Bad Berleburg sei die Initiative selbst in die Hand genommen worden, der Verein habe "kulturelle Premiumangebote" geschaffen, die auch überregional wahrgenommen würden. Nicht zu vergessen seien die zuverlässigen Partner wie die Stadt, der Kreis und die Sponsoren.
Felix Haberkorn betonte in diesem Zusammenhang die sehr gute Kooperation zwischen Kulturgemeinde und Johannes-Althusius-Gymnasium.
Von Martin Völkel

Siegener Zeitung vom 05.01.2011
Bildquelle: SZ-Foto von Martin Völkel (vö)


