Internationale Musikfestwoche 2010
Morgen startet die
Internationale Musikfestwoche im Schloss Berleburg
"Das ist alles sehr familiär"
Bad Berleburg. Sie ist eine gute Tradition: die Internationale Musikfestwoche auf Schloss Berleburg, die ab morgen zum 38. Mal stattfinden wird. Künstlerischer Leiter Luz Leskowitz empfindet diese kammermusikalischen Tage als Oase; wieder präsentiert der "Kopf" der Salzburger Solisten und der Direktor der Salzburger Schlosskonzerte eine Mischung aus bekannten Werken und Neuentdeckungen, dargeboten von guten Bekannten - natürlich ist Kontrabassistin Mette Hanskov wieder dabei, auch Cellist Andreas Brantelid - und von jungen Künstlern mit großem Potenzial wie der Sopranistin Dina Hussajenova, die schon im vorigen Jahr mit von der Partie war. - Die Siegener Zeitung sprach mit Luz Leskowitz:
SZ: Luz Leskowitz, Sie sind in den vergangenen Jahren häufig in "Slawischen Welten" unterwegs, haben zum Beispiel im sibirischen Yuzhnouralsk einen Wettbewerb ins Leben gerufen, dessen Preisträger Sie jeden Sommer zu den Salzburger Schlosskonzerten einladen. Wie ist es dazu gekommen?
Luz Leskowitz: Schon seit über zehn Jahren habe ich Verbindungen in die Gegend östlich des Urals und lade Musiker von dort nach Salzburg ein. Dass wir diesen Wettbewerb "Yuzhnourals-Salzburg" gründen konnten, liegt auch an dem Bürgermeister von Yuznouralsk, einem unglaublich rührigen Menschen, der sehr stolz darauf ist, dass so etwas nun in seiner Stadt stattfindet. Was auf regionaler Ebene begonnen hat, ist nun eine nationale Angelegenheit geworden. Bewerber kommen aus allen Teilen Russlands, sogar aus den Grenzgebieten zu Japan. Auf Schloss Berleburg stelle ich das Quartett Apriori vor, ein Ensemble aus Ekatarinburg, das mit Domra (das ist vergleichbar mit einer Mandoline), Bajan und Bassbalalaika eine andere Farbe ins Programm bringt und bei der "Nachtmusik" (Samstag, 10. Juli, 21.30 Uhr) das Publikum schon zuvor am Schlossbrunnen (ab 20.30 Uhr) ein wenig anwärmen wird.
Auch das Kinsky-Trio (zu erleben beim Eröffnungskonzert am Montag, 5. Juli, und im Barock-Programm am Dienstag, 6. Juli, jeweils 19.30 Uhr) und das Talich-Quartett - beide aus Prag - sind neu in Bad Berleburg ...
Ja. Das Kinsky-Trio, das sind drei junge Leute, die ich schon länger kenne. Ich weiß um deren Qualitäten. Überhaupt ist das mein Prinzip, dass ich alle Musiker, die ich einlade, auch kenne; da gehe ich kein Risiko ein. Das Talich-Quartett ("Festliches Finale", Sonntag, 11. Juli, 18.00 Uhr) ist das führende Streichquartett aus Tschechien.
Was ist für Sie das Erquickende, Erfrischende an der Berleburger Musikfestwoche?
Schauen Sie: Das normale Musikleben ist ganz brutal geworden, es beinhaltet einen Kampf der Agenturen - das ist ziemlich desillusionierend. Hier ist es so, dass es ein Festival im überschaubaren Rahmen ist. Das ist ein ganz anderes Zusammensein, Zusammenleben. Zu dieser guten Atmosphäre trägt auch der Raum bei, das Foyer des Schlosses.
ciu

SWA-Anzeiger der Siegener Zeitung vom 04.07.2010
Bildquelle: SZ-Archivfoto


