Internationale Musikfestwoche 2011
Familienmatinee eröffnet auch den kleinen Zuhörern
den Zugang zur Musik
Diese Töne kennt jedes Kind!
Bad Berleburg. (cw) "Auf in den Kampf ..." - das Stück aus Verdis "Aida" umschrieb an dieser hochmusikalischen Stelle der Familienmatinee der 39. Internationalen Musikfestwoche auf Schloss Berleburg nun wirklich nicht die Stimmungslage des Publikums. Weder, mit Note, noch mit Saite oder Taste am Klavier und Stimmband fand eine handfeste Auseinandersetzung statt. Ganz im Gegenteil: Ein volles Haus amüsierte sich am Sonntag auf Schloss Berleburg mit den Salzburger Solisten und den durch Festivalleiter Luz Leskowitz organisierten Gesangs-, Flöten- und Klaviersolisten bei exzellenten Klängen.
Das Arrangement der präsentierten Stücke stellt stets die dänische Kontrabassistin Mette Hanskov zusammen. Pädagogisch wertvoll und liebevoll durchdacht werden hier Töne durch den Saal gewirbelt, die wirklich jedes Kind schon einmal gehört hat. Und wer nicht mehr Kind ist, der wird ganz flott wieder zu einem mit Klatschen, Fingerschnipsen und virtuellem Schlagzeugspielen. Ja, hier darf ruhig mal leger gesagt werden, die Salzburger Solisten haben es im Umgang mit Kindern voll drauf und ein glückliches Händchen den Zugang zu den Allerkleinsten, aber auch den jung gebliebenen Reifen zu finden.
Kein Geringerer als Kulturgemeindevorsitzender Christoph Haupt moderierte die buntesten Erklärungen zu Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" und erzählte den Kindern keine Märchen, sondern rezitierte hier anstelle zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Natürlich blieben die Musiker mit den gespielten Stücken hauptsächlich im Themenland der 39. Internationalen Musikfestwoche, Italien. Da sind Bezüge durch Mozarts "Alla Turca", über Franz Liszts "La campanella" bis hin zu Nino Rotas "Marcia" für Kontrabass und Klavier. Clara Meloni (Sopran), Sergio Zampetti (Flöte) und Mari Kato (Piano) gaben Kostproben ihres außergewöhnlichen Könnens zu Gehör. Doch, zu einem Familienkonzert gehört selbstverständlich auch, dass die Zuhörer aktiv werden. "Freude schöner Götterfunken ...", Rezitativ aus Beethovens 9. Sinfonie bildete schließlich die himmlischen Schlussakkorde, und feuertrunken und mit dem Gefühl, dass nun alle durch tolle Musik Brüder geworden sind, verließen alle das Schloss, nicht ohne das von Luz Leskowitz mitgebrachte Naschwerk Mozartkugel in den Mund zu schieben.
Von Christiane Weinhold
WESTFALENPOST vom 11.07.2011
Bildquelle: WP-Fotos (2) von Christiane Weinhold (cw)


